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Anfuttermittel selber machen.

Wenn Angler Anfuttermittel selber machen, schaut es oftmals für den Leihen aus wie schwarze Magie. Ich kann euch da aber beruhigen, wir Angler verwenden hier keine Hexenkräuter, sondern ganz normale Substanzen, die für jeden frei zugänglich sind.

Hier beschreibe ich euch welche Stoffe infrage kommen, welche Eigenschaften sie haben und wie sie richtig angemischt werden.

Seit jeher werfen Angler Pülverchen und Duftstoffe ins Wasser um hungrige Mäuler zu ihrem Angelplatz zu locken. Die Zeiten, wo Brot und Getreideschrot ihren Dienst getan haben, sind aber schon längst vorbei. Der Markt bietet eine große Auswahl von verschieden Fertigfuttermischungen an, mit raffinierten Kombination von Mehlen, Schrot, Flocken und Saatkörner in Verbindung mit Duftstoffen und Aromen. Doch wer seine Anfuttermittel selber machen will, kann auch die einzelnen Bestandteile einer Futtermischung erwerbern und sich selbst sein Meisterfutter anmischen.

Welche Substanzen man am besten verwendet, hängt immer von den jeweiligen Gewässerbedingungen ab. Die Mixtur entscheidet, ob euer Futter klebt oder im Wasser rasch auseinander bröselt, ob es schwer oder leicht ist, intensiv duftet und schmeckt oder ob es doch nur ein fades Süppchen am Gewässergrund bildet.

Hier eine Auflistung für die wichtigsten Futterkomponenten.

Grundstoffe:


Paniermehle:

Paniermehl

Jörg Brinckheger / pixelio.de

Anteile im Futter bis zu 70%

Paniermehle sind die Basis von fast jeder Futtermischung, es besteht meist aus gemahlenen Brötchen, Brot oder Zwieback. Manche Paniermehlsorten nehmen bei Kontakt mit Wasser viel Feuchtigkeit auf und sorgen dafür, dass euer Futter schwer wird, und es gut zusammenhält. Für ein leichtes Futter eignet sich feines Zwieback-Paniermehl, dass beim Einbringen ins Wasser rasch zerfällt.

 


Biskuitmehle:


Anteil im Futter bis zu 50%

Biskuitmehl ist eines der wichtigsten Zutaten bei der Lockfutterzubereitung. Biskuitmehle wie z. B. Fettbiskuit, Waffelbiskuit, Schokobiskuit gewinnt man, wenn man Tortenböden, Kuchen oder Waffeln zermahlt. Durch den süßen Eigengeschmack wirkt dieses Mehl unwiderstehlich auf Brassen und es besitzt ein hohes Bindevermögen (besonders Fettbiskuit). Durch diese Eigenschaft eignen sich solche Mehle besonders gut bei stark strömenden Gewässern.

 


LebkuchenmehlLebkuchenmehl

Anteil im Futter bis zu 40 %

Dieses Mehl zieht Brassen und Rotaugen gleichermaßen an und wird aus Lebkuchen und Spekulatius gewonnen. Es verleiht der Futtermischung eine außerordentliche Süße.


Maismehl

Maismehl

Anteil im Futter bis zu 30%

Gemahlener oder geschroteter Mais ist in vielen Futtermischungen enthalten. Es wird deshalb gerne beim Anfuttermittel selber machen verwendet, weil Maismehl im Wasser schon nach kurzer Zeit einen intensiven Duft abgibt. Um so größer das Mahlgut ist (Maisgrieß, Maisschrot oder gebrochener Mais), desto lockerer wird das Futter und es bindet kaum noch. Maismehl oder Maisdunst macht das Futter schwer und es fängt sehr stark zu kleben an.


Auflockernde Zusatzstoffe


WeizenkleieWeizenkleie

Anteil im Futter bis zu 20%

Weizenkleie eignet sich hervorragend für die Herstellung von Futterkugeln, die leicht und rasch im Wasser zerfallen sollen. Es wird gerne verwendet bei sogenannten Wolkenfütterungen, wenn sich Futterpartikel an der Wasseroberfläche ausbreiten und dann nur langsam auf den Boden absinken.


Kokosflocken

Anteil im Futter bis zu 10%

Kokosflocken sorgen dafür, dass der Futterball rasch im Wasser zerfällt, selbst wenn das Futter mit anderen Substanzen schwer gemacht wurde. Die geraspelten Kokosflocken steigen über den Futterplatz empor und reizen den Fisch zusätzlich.


Sojaschrot

Anteil im Futter bis zu 25%

Sojaschrot wird gerne verwendet um den Proteingehalt im Futter aufzuwerten und um es lockerer zu machen.

 


 Bindende Zusatzstoffe


Grieß- und Weizenmehl

Grieß und Weizenmehl

Anteil im Futter bis zu 10%

Grieß und Weizenmehl besitzen eine hervorragende Bindefähigkeit, sodass die Futterkugeln auch bei starken Strömungen langsam zerfallen.


Haferflocken

Haferflocken

Anhteil im Futter bis zu 10%

Diese Substanz bindet ebenfalls gut, wobei Haferflocken eher eine lockende Wirkung auf den Fisch haben. Durch die weißen Flocken im Futter werden Fische magisch angezogen. Wichtig ist nur, dass man nicht zu viel rein mischt, weil Haferflocken eine hohe sättigende Wirkung besitzen.


Kopra-Melasse

Anteile im Futter bis zu 15%

Kopra-Melasse ist ein Abfallprodukt aus der Kokosverarbeitung. Man findet es gerne in Futtermischungen für Fließgewässer. Es ist sehr klebrig und süß und verleiht dem Futter eine natürliche dunkle Farbe. Bezahlt macht sich dies gerade bei Gewässern, wo sich die Fische vor einem hellen Futterteppichen scheuen.


 Duftende Zusatzstoff


Erdnuss- und Nussmehl

Anteil im Futter bis zu 20%

Angler schwören auf den nussigen Duft von diesen Mehlen und haben immer einen Anteil in ihren Futtermischungen dabei.


Blutmehl

Anteil im Futter bis zu 5%

Blutmehl ist ein Futterzusatz mit einem herben Geruch gerade bei warmen Wetterbedingungen sticht der Geruch von Blutmehl sehr durch und hat eine besondere Lockwirkung auf Brassen, Aal und Schleien.


Fischmehl

Anteil im Futter bis zu 15%

Gerade in Karpfen-Futtermischungen ist dieses Mehl oft enthalten. Durch den intensiven Geruch lieben es die Karpfen. Ein weiter Vorteil bei der Zugabe von Fischmehl ist, dass es die Masse auflockert.


Hanf

Anteil im Futter bis zu 30%

Hanfkörner oder auch gemahlener Hanf ist bekannt für eine hohe Lockwirkung bei Rotaugen. Brassen- und Karpfenangler setzen diesen Futterzusatz schon seit Jahren erfolgreich beim  Anfuttermittel selber machen ein. Am besten ist es, wenn man geschroteten Hanf in heißem Wasser überbrüht. Durch dies werden die charakteristischen Duftstoffe freigesetzt. Das gekochte Wasser kann man auch zum Anfeuchten des jeweiligen Futters verwenden.

 


 

Wenn man die Futterkugeln noch schwerer machen möchte, kann man Kies bei mengen. Kies mit einer Körnung von etwa zwei bis drei Millimeter, macht den Futterball schwer und er sinkt sehr schnell ab. Bei starken Strömungen macht sowas durchaus Sinn. Um die Lockwirkung so einer Grundfutter-Mischung zu erhöhen führt der Fachhandel eine große Palette an Geschmacks und Duftstoffen die man dazu geben kann. Die Wirkung der Lockstoffe sollte man aber nicht überschätzen.

Die Mischung macht´s!

Der beste Duft oder Geschmack beim Anfuttermittel selber machen bringt einem nichts, wenn der Futterball vor dem auftreffen, am Grund zerfällt und nicht am gewünschten Futterplatz liegt. Weiters bringt es auch nichts, wenn man zu viel bindende Stoffe beimengt und die Futterkugel nach Stunden unverändert am Grund liegen bleibt. Die Kunst liegt darin, dass man eine geschickte Kombination einzelner Futterkomponenten mischt und dem Futter jene Konsistenz verleiht, die man am jeweiligen Gewässer benötigt. Mit den eben geschilderten Fakten um die Wirkung der einzelnen Futterzutaten sollte uns dies jetzt natürlich leichter fallen.

Beim Anrühren des Futters gehört auch die nötige Sorgfalt dazu. Hier sollte man vor allem darauf achten, dass sich keine Klumpen im Futter bilden. Solche Klumpen im Futter werden vom Fisch in der Regel direkt aufgenommen und sorgen dafür, dass die Fische sofort satt sind. Deshalb verwende ich immer ein Sieb und siebe das Futter bevor ich es zu einer Futterkugel forme nochmals durch.

Ihr seht selbst: der Experimentierfreude, beim Anfuttermittel selber machen sind keiner Grenzen gesetzt, wenn man sich ein wenig über die zuvor erwähnten Faktoren informiert hat.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anfuttermittel selber machen.

Euer Anglerspezi

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