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Boilies selber machen!

Das Karpfenangeln ist untrennbar mit dem Einsatz von Boiliesverbunden.Diese kleinen

Boilies selber machen

HNV (High Nutrient Value) – Bömbchen bieten den Karpfen alle für ihre Nahrung notwendigen Inhaltsstoffe und sind so nahezu unwiderstehliche Leckerbissen, die sich die Fische nicht entgehen lassen wollen.
Wer nun zum leidenschaftlichen Karpfenangler mutiert ist, der kommt unweigerlich irgendwann an dem Punkt an, mit dem Gedanken zu spielen, dass er seine Boilies selber machen könnte.

Mythen

Liebe Anglerspezis,

wäre ich nicht der festen, persönlichen Überzeugung, dass es jedem Angler auf „Karpfenjagd“ einen bedeutsamen Vorsprung gegenüber seinen Anglerkollegen bringen würde, wenn er den Karpfen seine eigenen, selbst gemachten Pralinchen anbieten kann, dann könnte ich mir das Schreiben dieses Beitrags ersparen.

Trotzdem ist mir wichtig, Euch darauf hinzuweisen, dass Boilies selber machen nicht ganz so einfach geht, wie es sich vielleicht anhören mag. Vorweg möchte ich gleich einmal mit einigen Mythen aufräumen, damit für Euch nicht mitten im Prozess oder danach das schlimme Erwachen kommt.

Mythos 1 – Kostenersparnis

Wer denkt, bei der selbstständigen Boilieherstellung Geld sparen zu können, der irrt gewaltig. Meinen eigenen Erfahrungen nach muss ich sagen, dass es in Summe gesehen sogar etwas teurer kommt, wenn man sich seine Boilies selber machen möchte, selbst dann, wenn man das Basis-Equipement dafür bereits zu Hause hat.

Mythos 2 – „Boilies sind schnell gemacht.“

Genau das Gegenteil ist der Fall: Boilies selber machen ist mit einem beträchtlichen Zeitaufwand verbunden, besonders dann, wenn man auch noch die Zeit der Vorbereitungsphase mit Einkauf, etc. hinzurechnet.

Aber, hey, wir sind Angler, besitzen wir nicht ohnehin Massen an Geduld und Ausdauer?

Vorbereitungen

Wenn Ihr Euch schon den Aufwand des Boilies selber machen antut (was ich wie gesagt als absolut lohnenswert empfinde), so empfehle ich Euch, gleich eine größere Menge „in einem Aufwischen“ davon zuzubereiten. Dafür ist es aber ratsam, eine gewisse Grundausstattung zu besitzen, die Euch dabei deutliche Erleichterung bringen kann.

Equipment

      • 2 große Schüsseln
      • Spritzen für den Flavour/Booster, die ml-Dosierangaben aufweisen
      •  Quirl oder Schneebesen
      • Waage
      • Mixer (Rührstab)
      • Handtuch
      • Druckluft-Boilie-Spritze (besser geeignet für große Mengen) oder 1 manuelle Teigspritze mit verschieden großen Spritzaufsätzen
      • Boilieroller
      • Fritteuse (bitte nicht die private Küchenfritteuse verwenden, besorgt Euch lieber eine alte, gebrauchte, ausrangierte von Freunden, Familie, eBay, …)
      • Schöpfkelle
      • Geschirr- oder Handtücher
      • einige stapelbare Kästen zum Trocknen, die im Idealfall rundherum mit Löchern versehen sind, damit die Boilies besser und rascher trocknen können

Boilies selber machen für Anfänger

Zutaten für ungefähr 4 kg Boilie-Teig

    • 30 mittelgroße Eier (1 Ei/100 g Boilie-Mix)
    • 1 EL Pflanzenöl (Raps, Sonnenblume, …)
    • etwa 3 ml Booster (Anwendung siehe Verpackung)
    • etwa 3 ml Flavour (Anwendung siehe Verpackung)
    • 3 kg Boilie-Mix

Der Teig

    1. Schlag alle 30 Eier in eine Deiner Schüsseln!
    2. Ziehe das Öl und je ca. 3 ml Booster und Flavour mit einer Spritze auf.
    3. Vermische den Spritzeninhalt mit dem Quirl/Schneebesen gut mit den Eiern.
    4. Wiege mit der zweiten Schüssel den Boilie-Mix (3 kg) ab.
    5. Mixe nun gründlich den Teig mit dem Eiergemisch und knete daraus einen feinen Teig.
    6. Befeuchte Dein Handtuch, wickle den Teig darin ein und lass ihn so für etwa 15 Minuten rasten.

Endlich kannst Du Deine Boilies selber machen

    1. Hat Dein Teig ausreichend geruht, knete ihn ein weiteres Mal gut durch.
    2. Bereite daraus kleiner Stücke vor, die in der Boiliespritze Platz finden.
    3. Drück den Teig in Schlangen auf einen ebenen Untergrund – die Schlangen sollten dabei kürzer sein als der Boilieroller.
    4. Gib drei der Teigschlangen auf die Unterseite des Boilierollers und drücke dann das Oberteil des Rollers so darauf, dass die Boilies gleichmäßig rund sind. (Das richtige Gefühl dafür entwickelst Du bestimmt rasch!)
    5. Ob Du zuerst alle Boilies rollst und sie danach im Wasser in der Fritteuse kochst, ist Dir überlassen. Bitte achte jedoch darauf, niemals zu viele Boilies zeitgleich in die Fritteuse wirfst, ansonsten verklumpen diese und Du erhälst einen einzigen riesigen Boilie-Klumpen, der zudem alles andere als rund ist.
    6. Rühre Deine Boilies in der Fritteuse wenn möglich einmal um.
    7. Sobald die Kugeln an der Oberfläche treiben, sind sie gar und fertig. Dann solltest Du sie sofort aus dem Wasser holen, da sie ansonsten an Geschmack und Geruch verlieren.
    8. Lasse die Kugeln abtropfen, bevor Du sie in einem guten Abstand zueinander in die Trockenkisten legst.
    9. Während der Trocknungsphase von etwa zwei bis drei Tagen solltest Du Deine Boilies immer wieder einmal vorsichtig durchrütteln.

Tipp: Habt Ihr Eure ganz persönlichen Erfolgsboilies gefunden, haltet an diesen fest. Bietet den Karpfen aber möglicherweise nebenher eine willkommene Abwechslung, indem Ihr an einer zweiten selbst gemachten Boilie-Sorte bastelt.

Wie Ihr seht, liebe Anglerspezis, ist es weder kostengünstiger noch Zeit oder Nerven sparend, seine Boilies selber zu machen. Vielleicht habt Ihr jedoch die richtige Mischung für Eure Karpfen gefunden und so den einen oder anderen guten Fang gemacht!

So oder so: „Petri Heil“ wünscht Euch

Euer Anglerspezi Peter

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