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Hechtangeln am Hechtsee

Nachdem die Schonzeiten für den Hecht in Österreich für dieses Jahr vorbei sind, kann die Raubfisch-Saison wieder richtig losgehen. Da es im schönen Tirol nur wenige Reviere gibt, in denen das Hechtangeln erfolgsversprechend ist, fiel die Wahl, welches Gewässer wir befischen wollen sehr leicht.

 

Das Revier

 

hechtangeln

Der Hechtsee ist ein eher nährstoffarmes Mittelgebirgsgewässer mit einer Größe von 28, 07 Hektar und liegt inmitten der Brandenberger Alpen in der Nähe von Kufstein. Er liegt idyllisch umgeben von Wald auf einer Seehöhe von 542 Metern und bezaubert mit tatsächlichem Postkartenflair seine Besucher.

Auf Grund tektonischer Gegebenheiten ist der See an seiner tiefsten Stelle 57 Meter tief.  Relevant für die Fischerei ist vor allem der Umstand, dass ab einer Tiefe von 20 Metern sauerstoffarmes und schwefelwasserstoffhaltiges Wasser vorkommt, in dem sich dementsprechend  keine Fische aufhalten. Dieser Umstand, in Verbindung mit den steil und rasch abfallenden Ufern stellt eine der Herausforderungen dar, die beim Hechtangeln an den Fischer gestellt werden. Die dadurch entstehende schmale ufernahe Zone (Litoral) begrenzt somit die Areale, in denen man mit Hechten rechnen darf.

Stellen, die auf Grund ihrer geringeren Wassertiefe interessant zu befischen wären, sind von der Fischerei ausgenommen. Dazu gehören im Falle des Hechtsees die Bereiche um den Zulauf bzw. Ablauf, sowie eine kleine Bucht, deren angrenzendes Grundstück in Privatbesitz ist. Genauso ist im Bereich der Badeanstalt die Fischerei untersagt. Besetzt ist der See neben Hechten mit Zander, Karpfen, Schleie, Regenbogen- und Bachforelle , Renke, und Saibling. Außerdem befinden sich kleine Barsche und Weißfische im Gewässer. www.hechtsee-fischen.at

 

Voraussetzungen zum Fischen

 

Wie in allen Revieren in Tirol (mit Ausnahme einiger privater Fischteiche) benötigt man auch hier einen Nachweis der fischereilichen Eignung, wie zum Beispiel die Tiroler Unterweisung. Gleichwertige Nachweise, z.B aus anderen Bundesländern oder dem Ausland werden anerkannt. Zur Sicherheit sollte man sich hierzu im Vorhinein beim Tiroler Fischereiverband informieren. www.tiroler-fischereiverband.at

Des Weiteren ist es notwendig den Mitgliedsbeitrag beim Fischereiverband zu bezahlen und einen Nachweis darüber mit sich mitzuführen. Dieser  Jahresbeitrag beträgt in Tirol für Gastkarten 25 €, für Nameskarten 50 €.

Die Ausgabe für die Tageskarten erfolgt an der OMV-Tankstelle Oskar-Pirlo-Straße 32 in Kufstein. Gewählt kann zwischen einer Tageskarte, einer Halbtageskarte und einer Salmonidenkarte werden. Nachdem die Tageslizenzen nur beschränkt verfügbar sind, zahlt es sich auf jeden Fall aus, diese einige Tage zuvor zu reservieren. Dazu ist der telefonische Kontakt direkt zur Tankstelle die beste Möglichkeit. (Tel.: 0043 5372/ 64549). Geöffnet ist täglich ab 06:00 Uhr. Gemeinsam mit der Lizenzkarte bekommt man bei Abholung eine Fangtabelle, in welcher entnommene Fische sofort einzutragen sind.

Außerdem kann man sich für weitere 15 € ein Ruderboot ausleihen, was ich an dieser Stelle empfehlen möchte. Nun hat man tatsächlich alles was man benötigt um seinen Angeltag am Hechtsee zu beginnen.

Die Autofahrt von der Tankstelle zum See ist in fünf Minuten bewältigt. Am See angekommen bietet sich erstmal ein atemberaubender Blick. Zu früher Stunden sind kaum Menschen zu sehen und die Natur erwacht gerade. Nebelschwaden steigen von der gesamten Wasserfläche auf und Vogelgezwitscher ertönt aus dem umliegenden Mischwald. Das Bootshaus befindet sich nur 2 Gehminuten vom Parkplatz entfernt und nachdem die Anglerspezis der Meinung sind, dass beim Spinnfischen weniger Ausrüstung mehr ist, war diese schnell im kleinen Ruderboot verstaut.

 

Hechtangeln im Klarwasser

 

Nachdem wir beide zum ersten Mal an diesem Gewässer unser Glück versuchten, wussten wir noch nicht ganz mit welchen Bedingungen wir zu rechnen hatten. Folglich war das Erste was uns auffiel, das erstaunlich klare Wasser. An den meisten Stellen war es bei entsprechendem Lichteinfall problemlos möglich Sichtweiten von bis zu 15 Metern zu genießen. Das ist zwar sehr schön, stellt beim Hechtangeln allerdings auch eine gewisse Herausforderung, da die Köderfarbe wichtiger wird, je klarer das Wasser ist.

Denn Klarwasserhechte lassen sich vor allem bei schönem Wetter am ehesten mit natürlich aussehenden Ködern überlisten. Daher wurden vor allem Gummifische und Wobbler verwendet, die naturgetreue Zeichnungen aufweisen. Außerdem haben wir uns dazu entschlossen erstmal kleinere Köder zu verwenden, da Anfang Juni die jungen Fische auch noch eher klein sind und Hechte sich oftmals auf diese spezialisieren.

Zudem ist auch die richtige Köderführung ein wichtiger Punkt. Auf Grund der bereits angesprochenen steilen Ufer und der damit einhergehenden Tiefe empfiehlt es sich sinkende Wobbler zu verwenden. Daher sollte man auch bei der Verwendung von Gummifischen recht lange absinken lassen bevor man mit dem spinnen beginnt. Gerade in so klarem Wasser ist demgemäß von größter Bedeutung, beim Hechtangeln einen verletzten oder geschwächten Fisch naturgetreu zu imitieren. Dabei darf nicht zu hastig eingezogen werden, da die Hechte den Köder sehr lange beobachten können.

Resümee

 

Wer im Tiroler Unterland Hechtangeln will ist an diesem Gewässer goldrichtig. Der Hechtsee besticht neben seiner malerischen Schönheit mit gutem Fischbestand und leistbaren Tageskarten. Außerdem stellt er auch an erfahrene Raubfischangler Herausforderungen und ist nebenbei mit dem Auto sehr gut erreichbar.

 

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem kleinen Bericht ein paar nützliche Infos zum Hechtangeln in Tirol geben und wünsche „Petri Heil“!

 

Euer Anglerspezi Stephan

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