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Thema: Der Europäische Aal

Der Europhäische Aal

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein Knochenfisch aus der Familie der Anguillidae und optisch beinahe jedem bekannt. 2009 wurde er vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), vom Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), vom Schweizerischen Fischereiverband (SFV), dem Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) zum Fisch des Jahres gekürt.

Noch weit aufregender als sein ohnehin schon auffälliges äußeres Erscheinungsbild ist die große, strapaziöse Reise, die er innerhalb seines Lebens auf sich nimmt. Um danach zu laichen und zu sterben.

Erscheinungsbild

Mit seinem lang gestreckten, schlangenähnlichen Körper ist der Aal ein Fisch von enorm hohem Wiedererkennungswert. Die Europäische Form lässt sich kaum von der Amerikanischen  unterscheiden. Das Maul des Europäischen Aals ist oberständig. Seine schleimige Haut ist dick und mit sehr kleinen Rundschuppen versehen, die sich in der Haut einbetten. Die Färbung des Fisches in jungen Jahren, in denen er sich in Flüssen und Seen aufhält. Ist auf der Rückenpartie von dunklem Grün bis hin zu dunklem Braun, bäuchlings gelblich („Gelbaal“). Im fortgeschrittenen Alter, wenn es ihn zurück ins offene Meer treibt, ist die Haut silbrig-glänzend. Seine Bauchseite nahezu weiß („Blankaal“) gefärbt.

Die Rücken-, die Schwanz- und die Afterflosse sind durchgängig an einem Stück und bilden einen ununterbrochenen Saum.

Ausgewachsene Weibchen können Längen von bis zu 150 cm und ein Gewicht von 6 kg erreichen. Männchen werden nur maximal 60 cm lang werden. In der Regel gilt jedoch ein Weibchen von einem Meter Länge bereits als sehr groß.

In freier Wildbahn können Aale bis zu etwa 50, in Gefangenschaft in seltenen Fällen gar deutlich über 100 Jahre alt werden.

Lebensraum

Der Europäische Aal ist über ganz Europa, Nordafrika und Kleinasien verbreitet. Wo er, je nach Lebensphase, im Süßwasser ebenso zu finden ist, wie im Brack- und im Meerwasser.

Am liebsten versteckt sich der Aal am Tag zwischen Steinen und Pflanzen in tieferen Gewässerbereichen. Erst nachts wird er aktiv, um in geringerer Wassertiefe auf Nahrungssuche bzw. auf Jagd zu gehen.

Fressverhalten und Ernährung

Der Aal ist nachtaktiv und beginnt erst in der Dämmerung mobil zu werden.

Vorwiegend ernährt er sich von Insektenlarven, Kleinkrebsen, Würmern und Ähnlichem. Er frisst aber auch Fischlaich und kleinere Fische.

Bei der aktiven Jagd der Kleinfische an der Wasseroberfläche und im Mittelwasser erweist sich der Aal als ausgezeichneter und geschickter Jäger.

Ein lang gehüteter Irrglaube ist, dass Aale Aasfresser seien. Unter Anglern jedoch ist bekannt, dass sie Lebendköder lieben und höchstens sehr frischen, toten Fisch fressen. Sie Fressen aber niemals einen Verwesten Fisch.

Das jeweilige Nahrungsangebot für den Europäischen Aal führt zu einer morphologischen Differenzierung zweier unterschiedlicher Formen. Der „Spitzkopfaal“ ist an seinem schmalen Kopf und einem spitz zulaufenden Maul zu erkennen. Er ernährt sich in erster Linie von Krebsen und anderen wirbellosen Tieren. Der „Breitkopfaal“ besitzt einen breiten Kopf und ein breites Maul. Auf seinem Speiseplan stehen vorrangig andere Fische.

Beide Formen können auch zeitgleich innerhalb ein und desselben Gewässers nebeneinander leben. Der prozentuale Anteil der jeweiligen Art wird jedoch durch das entsprechende Nahrungsangebot in ebendiesem Gewässer bestimmt.

Der Europäische Aal verfügt über die Fähigkeit stereoskopisch zu riechen. Er kann eine Geruchsspur dreidimensional erfassen und verfolgen.

Fortpflanzung

Faszinierend und zugleich mysteriös ist der ungewöhnlich Weg, den ein Aal im Normallfall in seinem Leben zurücklegt.

Frisch aus dem Rogen in der Sargassosee, einem Meeresgebiet südlich der Bermudainseln im Atlantik geschlüpft, schwimmen die „Weidenblattlarven“ Tausende Kilometer weit an die europäische Küste. Dafür benötigen sie in etwa drei Jahre! Haben sie endlich die europäischen Küstengewässer erreicht, haben sie sich in kleine (etwa 7 cm lange) „Glasaale“ verwandelt.

Einige dieser Glasaale verbringen die kommenden Jahre nahe der Küste. Andere schwimmen von dort aus flussaufwärts Richtung Binnengewässer im Landesinneren. Wo sie die nächsten Jahre verbringen, um zur vollen Größe heranzuwachsen. In dieser Phase ihres Lebens nennt man sie „Steigaale“ oder „Gelbaale“. Werden sie schließlich geschlechtsreif, Männchen mit etwa 6 bis 9 Jahren, Rogner erst mit ungefähr 12 bis 15 Jahren. So wandern die Fische im Herbst (September/Oktober) zum Ablaichen zurück in die Sargassosee, wobei sie teilweise unvorstellbare Hürden überwinden und Strecken zurücklegen. Es kommt sogar immer wieder vor, dass Aale sich für längere Zeit an Land in Feuchtgebieten aufhalten. Sie wandern so von einem Gewässer zum anderen. Dabei verschließen sie ihre kleinen Kiemenöffnungen und nehmen den benötigten Sauerstoff über die Haut auf.

Auf seinem Weg zurück in die Sargassosee…

Auf seinem Weg zurück in die Sargassosee verändert sich der Aal in seinem äußeren Erscheinungsbild stark. Die bräunlich grüne Haut wird silbrig-grau glänzend. Der After zieht sich ein und die Augen werden größer. In diesem Stadium nennt man den Europäischen Aal „Blankaal“. Der Verdauungstrakt bildet sich vollkommen zurück, die Fische stellen ihre Nahrungsaufnahme komplett ein. Die sämtliche Energie für ihre strapaziöse Reise nehmen sie ausschließlich aus ihren großen Fettreserven (die bis zu 30 % der Gesamtmasse ausmachen kann). Den gesamten, durch die Rückbildung der Organe des Verdauungstraktes entstandenen Raum im Körperinneren des Fisches, nehmen die Geschlechtsorgane ein, die sich vollkommen neu bilden.

Haben die Tiere schließlich ihr Ziel, die Sargassosee, erreicht, paaren sie sich, laichen dort ab und sterben.

Über die Fortpflanzung der Aale gibt es keine tieferen Erkenntnisse. Auch ist leider nicht bekannt, wo genau und wie sie laichen. Noch nie ist es Wissenschaftlern gelungen, einen Aalrogen in der Sargassosee zu finden, geschweige denn, dessen Entwicklung zu beobachten. Bekannt ist nur, dass der Europäische Aal im Laufe seines Lebens ausschließlich einmal laicht und danach verendet.

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