NEWS

Thema: Der Europäische Wels

Europäische Wels

Der Flusswels (Silurus glanis), auch Europäische Wels genannt, gehört zur Familie der Echten Welse (Siluridae). Er ist mitunter eine wahrlichimposante Erscheinung, Europas größter reiner Süßwasserfisch und stets ein beeindruckender Fang. Namentlich gibt es einige regionaleAbwandlungen wie beispielsweise Schaidfisch oder Waller.

Erscheinungsbild

Europäische Wels

Der Europäische Wels besitzt einen großen, breiten und abgeflachten Kopf, der etwa 20 % der gesamten Länge des Fisches einnimmt. Seine Augen sind auffallend klein und befinden sich seitlich am Oberkiefer hinter einem Paar Barteln. Zwei kürzere, unbewegliche Bartelpaare sitzen am Kinn. Mit seinen vier gut entwickelten, teils hervortretenden Nasenöffnungen besitzt der Waller einen ausgezeichneten Geruchssinn. Das große, breite Maul ist endständig. Mit fortschreitendem Alter ragt der Unterkiefer immer weiter nach vorne, die Lippen werden fleischiger. Die kleinen, flachen Zähne sitzen in vier bis fünf Reihen im Unterkiefer und sind in der Mitte durch die sogenannte Kiefernaht geteilt. Es handelt sich um rückwärtsgerichtete Bürstenzähne. Besonders kleine Zähne sitzen an den Kiemenbögen, er hat aber auch am Gaumen- und am Pflugscharbein Zähne. Die Kiemenöffnungen sind groß und tief geschlitzt.

Der Körper vom Europäischen Wels ist lang gestreckt und stämmig, die Haut ist komplett schuppenfrei und schleimig. Die am Ende des ersten Drittels des Körpers befindliche Rückenflosse ist in Relation zum mächtigen Körper ausnehmend klein. Die Brustflossen sind kräftig und groß, die Bauchflossen deutlich kleiner. Die Afterflosse ist sehr lang, die Schwanzflosse hingegen recht schmächtig und abgerundet.

In der farblichen Erscheinung des Schaidfisches zeigt sich je nach Tarnungsmöglichkeit im Habitat eine starke Variabilität.

Gemein ist in der Regel eine wolkig getupfte Marmorierung des Körpers, wobei der Rücken grundsätzlich dunkel und die Seiten heller gefärbt sind. In der Regel ist der Kopf dunkler und unifarben. Die Unterseite ist deutlich heller bis weiß, dabei einfarbig oder auch gescheckt. Es gibt aber auch einfarbige Exemplare.

Durchschnittlich erreichen Waller eine Körperlänge von ein bis eineinhalb Metern und ein Gewicht von ca. zehn bis 50 kg, sie können aber auch deutlich größer und schwerer werden (schätzungsweise in etwa um ein Dreifaches höher). Das Höchstalter wir auf ungefähr 100 Jahre geschätzt.

Lebensraum

Der Europäische Wels ist von Mitteleuropa bis ins zentrale Asien anzutreffen. Er bevorzugt dabei große Flüsse und Seen mit schlammreichem Grund. Nicht selten besiedelt er aber auch Brackwasserbereiche (Ostsee, Schwarzes Meer) oder schwach salzhaltige Binnenmeere (Kaspisches Meer). Er liebt die Wärme (die optimale Temperatur liegt hierbei von etwa 25 bis 27 °C), kommt aber auch in deutlich kühleren Gewässern gut zurecht, obwohl dann sein Wachstum gehemmt ist. Er bevorzugt Flachwasserbereiche (maximal 30 m tief) in großen stehenden oder schwach fließenden Gewässern. Der Waller reagiert kaum auf Verschmutzungen oder geringe Konzentrationen an Sauerstoff.

Im ersten Lebensjahr hält sich der Europäische Wels durchaus auch in Gruppen und in den stark fließenden Bereichen der Flüsse auf. Ausgewachsene Tiere hingegen werden zu standorttreuen und territorialen Einzelgängern, die sich lieber in den ruhigeren Strömungsbereich aufhalten, die mit Wasserpflanzen bewachsen oder durch Wurzelwerk geschützt sind.

Fressverhalten und Ernährung

Der Europäische Wels ist ein Raubfisch, der lichtscheu ist und hauptsächlich in der Dämmerung und in der Nacht aktiv wird. Dabei sind ihm sein ausgezeichneter Geruchssinn und das ausgesprochen sensible Gehör behilflich. Mithilfe seiner Barteln besitzt er zudem einen gut entwickelten Tastsinn.

Das Ausmaß seiner Aktivität variiert stark nach Jahreszeit, Luftdruck, etc. Sinkt die Wassertemperatur stark (das ist in etwa von November bis März der Fall), so wird die Nahrungsaufnahme nahezu völlig eingestellt. Dann überwintert er entweder in Seen am schlammigen Gewässergrund oder im unteren Drittel der Wassersäule oder in den Flüssen in Ufernähe in Gruben oder Spalten.

Der Waller ist ein opportunistischer Räuber, das heißt, dass er sich in seinem Fressverhalten zweckmäßig an die jeweilige gegebene Situation anpasst. So frisst er je nach Verfügbarkeit mal mehr mal weniger. Auch bei der Beute ist er nicht wählerisch: beinahe alles, was er die Größe berücksichtigend, bewältigen kann, frisst er auch. In der Regel stellt er ihr von hinten nach.

Einen Großteil der Beute von Welsen machen andere Fische wie Karpfen, Rotaugen oder Schleien aus, v. a. aber jene, die vermehrt in dem jeweiligen Gewässer anzutreffen sind. Daneben fressen sie zudem Amphibien, Insekten, Krustentiere, Pflanzen, kleinere Säuger (vorrangig Nager), Wirbellose wie Würmer oder kleinere Vögel (bis hin zur Größe von Tauben).

Fortpflanzung

Der Europäische Wels erreicht seine Geschlechtsreife in etwa nach drei bis vier Jahren mit einem Körpergewicht von etwa ein bis zwei Kilogramm. In kalten Klimazonen ist dieser Zeitpunkt durch die verzögerte Entwicklung auch deutlich später möglich.

Seine Laichzeit richtet sich nach der Gewässertemperatur aus. Diese Phase beginnt, wenn das Wasser in etwa 17 bis 18 °C erreicht hat – was in Österreich in etwa auf die Monate Mai, Juni und Juli zutrifft.

Nachdem das Männchen den ufernahen Laichplatz, der meist eine durch Wurzelwerk geschützte Grube in 40 bis 60 cm Tiefe ist, die mit dem Maul mit weichem Pflanzenmaterial ausgelegt wurde, vorbereitet hat, wartet er auf ein passendes Weibchen.

Silurus GlanisDie Paarung geschieht meist in den Abendstunden bei ungefähr 22 bis 23 °C Wassertemperatur. Der Milchner treibt das Weibchen zum vorbereiteten Nest. Der Rogner legt darin etwa 20 000 bis 25 000 Eier pro kg Körpergewicht ab, woraufhin diese vom Männchen befruchtet werden.

Das Gelege ist ausgesprochen klebrig und bildet große Klumpen. Bis zum Schlüpfen der kaulquappenähnlichen Larven nach zwei oder drei Tagen werden die Eier ständig vom Männchen bewacht. Ihre ersten Lebenstage sinken die kleinen Waller hilflos auf den Grund und werden erst nach zwei bis drei Tagen aktiver. In den ersten zehn Lebenstagen ernähren sie sich von ihrem Dottersack, danach fressen sie Zooplankton, etwas später auch kleine Schnecken, Insektenlarven, Schlammröhrenwürmern und Krebstierchen.

Erreicht der junge Europäische Wels eine Körperlänge von ca. 3 cm, so stellt er bereits der Brut anderer Fische, bei zu geringem Nahrungsaufkommen auch der Brut der eigenen Gattung, nach (Kannibalismus).

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Leave A Comment