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Tipps zum Wallerangeln

wallerangelnDer Flusswels (Silurus glanis) oder Europäische Wels wird regional mitunter auch Waller genannt. Er gehört zur Familie der Echten Welse und ist der größte unter den reinen Süßwasserfischen innerhalb Europas. Mit seiner zum Teil wahrlich imposanten Größe ist er beliebter Zielfisch vieler Angler. Damit die Jagd nach eurem Waller auch von Erfolg gekrönt ist, möchte ich euch hier in Folgendem hilfreiche Tipps zum Wallerangeln geben.

Des Wallers Lieblingsstandorte…

Es ist bei der Jagd nach eurem Zielfisch immer hilfreich und notwendig, dessen Vorlieben und Verhalten zu kennen.

Der Flusswels ist ein Wärme liebender Raubfisch, der bevorzugt im Süßwasser, manchmal aber auch im Brackwasser angesiedelt ist. Er bevorzugt große stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigen Gründen und ist nicht empfindlich bei Gewässerverschmutzungen oder niedriger Sauerstoffkonzentration.

Der Waller ist lichtscheu und vorrangig nachtaktiv. Tagsüber versteckt er sich gerne. Aktiv wird er, wenn sich ihm Beute zu stark nähert oder die Dunkelheit hereinbricht.Während Welse im ersten Lebensjahr häufig in Gruppen und auch in strömenden Flussbereichen auftreten, werden ausgewachsene Tiere zu territorialen Einzelgängern, die standorttreu sind und sich in ruhigen Gewässerbereichen bewegen, die mit Wasserpflanzen bewachsen sind.

…in Flüssen:

Hier sollte beim Wallerangeln der erste Buhnenkopf der bevorzugte Angelplatz sein, da sich Welse besonders gerne in Buhnenfeldern aufhalten. Sind sie auf Futtersuche im, so trifft man sie in Buchten, Gräben, Wassereinläufen, über Vertiefungen, an Uferabbruchkanten, an der Wasseroberfläche oder im Freiwasser an. Sie mögen unterspülte Uferbereiche, Ausschwemmungen von Brückenpfeilern, Außenkurven, etc.

Bei starkem Regen zieht sich der Waller in den Uferbereich zurück, bei Hochwasser findet ihr ihn in den überschwemmten Bereichen und bei abfließendem Hochwasser begibt er sich in den Übergangsbereich zum Überschwemmungsgebiet. Nach dem Fressen ruht der Waller gesättigt am Gewässergrund. In den kalten Monaten zieht ihn seine Liebe zur Wärme zum Ruhen in Bodenvertiefungen in tiefen Wasserbereichen, auf Jagd geht er dann besonders gerne in die Nähe von Warmwassereinleitern bei Kraftwerken.

…in Seen:

Bei ansteigenden Temperaturen hält sich der Wels oberhalb der unteren kalten, sauerstoffarmen Schicht auf, die sich in großen Tiefen bildet. Unter diesen Umständen hält er sich bevorzugt an den Ostufern auf, v. a., wenn Seewind weht. Im Frühjahr solltet ihr beim Wallerangeln auch im Flachwasser an der windauflandigen Seite nach eurem Zielfisch Ausschau halten, denn dort ist er selbst auf der Suche nach seinem Beutefisch.

Die Laichzeit der Welse nimmt in etwa ihren Anfang, wenn das Wasser Temperaturen von um die 17 bis 20 °C erreicht. Nun sind sie vor allem an buschigen, krautigen Uferrändern, unter Wurzelwerk, in Altarmen von Flüssen (Flussbereich, die durch natürliche oder künstliche, äußere Einwirkungen an einem Ende vom Hauptstrom abgetrennt sind) oder in Einmündungsgräben aufzufinden.

Sollte der Mond nachts beim Wallerangeln stark scheinen, beangelt im Idealfall bevorzugt die Schattenseite von Bäumen o. ä.

Wallerholz und Echolot…

…verraten euch beim Wallerangeln den Standort des Fisches. Habt ihr ihn einmal an einer Stelle geortet, könnt ihr davon ausgehen, dass er regelmäßig immer wieder an diese zurückkehrt, da der Wels wie bereits erwähnt Standorttreue besitzt.

Richtige Technik und angepasster Köder beim Wallerangeln

Die Wahl des Köders ist stets auf die entsprechende Angeltechnik angepasst.

Vertikalangeln:

Die erste Wahl sollte hierbei auf einen Naturköder fallen. Diese sollten etwa handlang sein und dem Waller je nach Gesetzeslage auch lebendig angeboten werden. Im besten Fall angelt ihr die Köderfische direkt aus jenem Gewässer, in dem ihr auch euer Wallerangeln plant. Als Notlösung können auch möglichst aktionsreiche 10 bis 20 cm lange Gummifische mit Tellerschwanz als Kunstköder verwendet werden.

Grundsätzlich ist das Vertikalangeln auch in stehenden Gewässern möglich, der Vorteil bei fließenden Gewässern ist, dass die Strömung automatisch viel Bewegung in den Köder bringt. Je schwächer die Strömung, desto stärker sollte sich der Köder bewegen. Je leichter die Rute in ihrem Gewicht, desto länger werdet ihr in der Lage sein, die Rute permanent zu führen!

Angelt hart am Grund, da die Welse sich gerne in vorhandenen Rinnen in den tieferen Bereichen aufhalten. Verwendet Vertikalruten mit sensibler Spitze, sie lässt euch jede Grundberührung fühlen. Multirollen ermöglichen kleinere Korrekturen in der Länge der Schnur (bedingt durch die wechselnden Wassertiefen) und können zudem besser gehalten werden.

Spinnfischen:

Das Spinnfischen auf Waller ist eine reizvolle Fangmethode, solange man dran bleibt und sich nicht zu rasch entmutigen lässt.

Uferspinnfischen

Angelt ihr vom Ufer eines kleineren Weihers aus, so sollte eine Rute mit 3 m mit einem Wurfgewicht von etwa 300 bis 500 g ausreichen. Bei größeren Seen und daher auch größeren Entfernungen sollte die Rute bis zu 3,40 m lang sein und das Wurfgewicht mehr als 500 g betragen. Die Hauptschnur darf beim Wallerangeln keinesfalls auf der Wasseroberfläche aufliegen. Beachtet: Je länger eure Angel ist, desto weiter lässt sich die Angelschnur spannen, ohne auf der Oberfläche des Wassers aufzuliegen.

Bootspinnfischen

Im Allgemeinen gelten ähnliche Grundregeln wie beim Uferspinnfischen, außer, dass die Ruten hierbei etwas kürzer ausfallen. Zu lange Ruten erschweren ganz einfach das Agieren am Boot.

Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg beim Wallerangeln und hoffe, dass ich euch mit meinen Tipps weiterhelfen konnte!

Euer Anglerspezi

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